3. Tag - Ring of Kerry


Heute geht es auf den Ring of Kerry. Ich freute mich schon irgendwie ganz besonders darauf, auch wenn ich nicht genau wußte, was die Optik dort zu bieten hat.Ring of Kerry Wir befuhren die Küste mit Blick auf Dingle Bay (diesmal von der anderen Seite), bis wir hinter Cahirciveen auf der Fähre nach Valentia Island übersetzten. Von dieser Insel wurde 1858 das erste Transatlantikkabel in die USA verlegt. Am südwestlichen Zipfel der Insel bei Clyacartan hat man einen fantastischen Ausblick auf die Skellig Islands, eine kleine Inselgruppe, wozu auch eine ehemalige Mönchsinsel gehört.
Wir verließen Valentia Island über die Brücke nach Portmagee und fuhren bergauf, bergab über Ballinskelligs nach Waterville, wo wir uns unweit vom Charlie-Chaplin-Denkmal im "Lobster" ein Sandwich-Menu schmecken ließen.

Nach einigen Kilometern entlang der Küste zog es uns ins Landesinnere Richtung Macgillycuddy's Reeks, den höchsten Bergen Irlands mit bis zu 1000 Metern Höhe. Die Strecke des Ring of Kerry hat einiges an Kurven zu bieten aber sie sind leider größtenteils mit Bodenwellen versehen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn hier grasen besonders viele Schafe entlang der Straße und es kann durchaus passieren, daß eines mal flugs die Straßenseite wechseln will oder vor Panik einen Satz Richtung Straße macht. Sie sind quasi die Herren des Rings. :-) Es ist also Vorsicht geboten und schnell fahren ist allein wegen den plötzlich auftauchenden Hindernissen wie eben Schafe oder vor sich hinschleichende Touristenautos oder -busse nicht angebracht, von den tollen Aussichten, die man dann verpaßt, ganz zu schweigen.
Wie es der Zufall will, machen wir Halt an einem kleinen Aussichtspunkt und ich entdecke ein Schaf, das mit dem Kopf im Maschendrahtzaun stecken geblieben ist. Ganz alleine und still stand es da. Wäre ich nicht in die Nähe gekommen, hätte ich gedacht, das soll so sein, denn schließlich halten alle Schafe fressenderweise den Kopf Richtung Boden. Natürlich war
Ring of Kerry der Rest des Schafes - wie üblich - vor dem Zaun. Vermutlich war hinter dem Zaun das Gras saftiger, wer weiß? Es konnte sich wegen der Hörner nicht selbst befreien also machte ich den Rest der Truppe darauf aufmerksam. Matt und Detlef machten sich dann auch gleich mit geeignetem Werkzeug daran, das Tier aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Zwei Schnitte (in den Zaun) lang dauerte es und das Schaf war frei. Es gesellte sich wieder zu seiner Herde und bedankte sich noch mit ein paar "Määhs".

Gestärkt mit dieser Heldentat fuhren wir weiter und genossen die Landschaften rechts und links der Strecke. Nach jeder größeren Kurve tat sich eine neue, atemberaubende Landschaftskulisse auf und man kam aus dem Gucken nicht mehr raus (Video-Trailer - 5,8 MB). Wie fast überall in Irland sind auch hier jede Menge Steine und kleine Felsbrocken über die Wiesen verstreut; als ob ein Riese eine Handvoll genommen und einfach weggeworfen hätte. Die Iren nutzen die kleineren Steinbrocken, um z.B. ihre Weidefläche von denen der anderen zu trennen.
Einige zig große und kleine Kurven weiter erreichten wir den Killarney Nationalpark ("Lady's View") mit einer herrlichen Sicht auf die Killarney Seen und der umliegenden Bergkette. Kaum hatten wir die Motoren aus, sprach uns ein Mann an, ob wir nicht Hunger hätten, sie hätten in ihrem Bus heiße Würsten. Plötzlich fühlte ich mich wie zu Hause, denn dieser Dialekt...ich schaute kurz auf das Nummernschild des Busses - ahja, ein Bus aus Köln. Ein kurzer Plausch und der Bus zog samt den heißen Würstchen weiter, denn wir waren noch gut gesättigt.

Matt mußte zum Hurling-Spiel von seinem Sohn Kenny, also zogen hier Matt und Detlef alleine los, Klaus und ich entflohen dem Regen, wenn auch nur mäßig erfolgreich, denn in Tralee holte er uns ein und hörte erst auf, als wir uns durch den Berufsverkehr gekämpft hatten, bei Denton angekommen waren und der Tageskilometerzähler 228 km anzeigte.


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