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4. Tag - Tralee -> Inverin
ir verlassen Tralee an diesem Tag recht früh, um in Richtung Connemara aufzubrechen. Wie immer ist uns der Wettergott gut gesonnen; kaum saßen wir auf den Bikes, schien nach anfangs etwas trüblichem Wetter schon wieder die Sonne. In Tarbert nahmen wir die Fähre über den Shannon River, um ins County Clare zu gelangen und dort nach einigen Kilometern wieder an der Westküste entlangzufahren. Wir erreichten Lahinch und kurz darauf die weltberühmten Cliffs of Moher. Die Cliffs of Moher sind atemberaubende Steilküsten, die 8 km lang und am höchsten Punkt um die 200 Meter hoch sind, was man ihnen wirklich nicht ansieht. Matt hat uns erzählt, daß bereits einige Touristen aufgrund ihrer Unvorsichtigkeit hinabgestürzt sind. Nun, die Absperrungen haben schon ihren Grund.
Der Aufstieg zu den Cliffs war in den Motorradsachen ein wenig beschwerlich, denn die Sonne knallte ganz schön und wir mußten aufpassen, daß sich nicht der nächste Sonnenbrand ankündigte. Dafür wurden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Die Sicht war an diesem Tag so gut, daß man die Aran Islands und ein Stück Connemara erkennen konnte, laut Matt eine absolute Seltenheit. Überhaupt war das Wetter toll; die ganze Zeit schien die Sonne und wir hatten schätzungsweise um die 25 Grad. Natürlich waren unter diesen Bedingungen viele Touristen unterwegs und es war nicht ganz einfach, ein Foto von den Cliffs zu machen, denn dauernd liefen mir Leute vor die Linse, die die Mauern und Absperrungen umgangen hatten, nur um einen halben Meter höher zu stehen. Also erklomm ich die steile, enge Wendeltreppe des 1835 erbauten O'Brien's-Towers und tobte mich dort oben mit meinen Cams aus.
Nach insgesamt ca. 1 Stunde Aufenthalt samt kleinen Imbiss ging es dann Richtung "Burren". Der Burren ist eine Art Mondlandschaft - kaum Vegetation, keine Gewässer und poröses Kalksandgestein. Auch die sonst grünen Hügel und Berge findet man hier nicht, die Berge sind aus blankem Stein (Video-Trailer - 9 MB). Diese landschaftliche Vielfältigkeit Irlands fand ich einfach überwältigtend. Und dabei kannte ich Connemara noch nicht.
Nach einer Weile erreichten wir "The Poulnabrone Portal Tumb", ein ca. 6000 Jahre altes, gut erhaltenes Hünengrab. Auch hier standen die Busse nur so Schlange. Der Weg zu dem Grab ist nicht ganz einfach; man "balanciert" von Stein zu Stein und schaut, daß man nicht auf Grünes tritt, denn darunter können sich Steine verstecken, deren Form nicht erkennbar ist und dann wird's gefährlich für die Füsse. Hier war ich zum ersten Mal froh, Motorradschuhe statt leichte Leisetreter zu tragen, denn ich hatte auf Grünes getreten...
Wir fuhren weiter am Galway Bay entlang nach Galway, um hier für eine Pizza- und Lasagne-Einverleibung Halt zu machen. Die Studentenstadt Galway fand ich ganz nett, die Straßen waren gut gefüllt; es wurde gebummelt, geshoppt und die gastronomischen Einrichtungen hatten ihre Sonnenschirme und Stühle ausgepackt.
Gestärkt und gesättigt machten wir uns auf den Weg zu unserem heutigen Nachtlager in Inverin, wenige Kilometer von Galway und 224 Tour-Kilometer von Tralee entfernt. Was uns dort erwartete, begleitete uns den Rest der Tour - es war die Farbe Rosa. Klaus und ich bekamen die "Hochzeits-Suite" mit Blümchenmuster-Bettdecke, Tüll, rosa Stoffherzchen, rosa Wänden und rosa Duftbeutelchen mit diversen Innereinen, wo man auch hinschaute. Detlef und Matt traf es - die Farbe betreffend - härter; nicht nur ihr gemeinsames Zimmer war in rosa, auch das Waschbecken und die Duschablage zierte diese schöne Farbe.
Die ersten Worte der Hausherrin waren "I thought you are two cupples". Nun, ein Paar waren wir auf jeden Fall aber warum dann alles in rosa? Was die Badezimmer in dieser Unterkunft betrifft, ließ die Sauberkeit eher zu wünschen übrig. Und überall roch es penetrant nach diesen Duftbeuteln. "Aber die Lage war ok" (O-Ton Matt). Das stimmte allerdings, das Haus hatte eine tolle Lage mit Blick auf's Meer. Dafür war der Pub eine gute halbe Stunde Fußweg entfernt; wenn man Durst hat, ist das eine Menge. Hier lernten wir also die Unterschiede in den Zeitangaben kennen, denn uns sagte man, daß er 10 Minuten entfernt wäre. Detlef und Matt nutzten dies und blieben gleich länger dort als wir und genossen dementsprechend mehr Guinness, was man ihnen am nächsten Morgen ein klein wenig ansah. Matt erzählte, daß einer der Iren im Pub zu später Stunde ganz trocken "the germans are blau" von sich gab. Man beachte die Feinheiten. :-)
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