5. Tag - Inverin -> Kilmeena


An diesem Tag haben wir Connemara pur genossen. Wir sind immer an der schönen Küste entlang bis nach Clifden, der "Hauptstadt" Connemaras getourt und sind dann imInverin -> Kilmeena Connemara Nationalpark eingekehrt, um uns dort einen lehrreichen Film auf Deutsch über Connemara und der langen Torfabbau-Geschichte des Landes anzusehen. Im Connemara-Nationalpark kann man sich durchaus eine Weile aufhalten und ihn zu Fuß erkunden. Aber unsere Motorradsachen und die wieder mal knallende Sonne hinderten uns abermals, allzuviel per Pedes zurückzulegen. Wir entschlossen uns stattdessen für einen Imbiß, dem sich spontan ein Rotkehlchen anschloß.

Weiter ging es nach Leenane, bekannt durch den 1989 dort gedrehten Film "The Field". Leenane liegt am einzigen Fjord Irlands, den Killary-Fjord, und gleich hinter Leenane beginnt die Grafschaft Mayo. Die Landschaft dort ist atemberaubend schön. Auch hier gab es nach jeder größeren Kurve, nach jeder Kuppe optische Erlebnisse, bei denen automatisch die Gashand nicht mehr Gas geben wollte, weil man einfach für einen Moment diesen Anblick in sich aufnehmen wollte: wunderschöne Bergketten, teils in der Sonne, teils im Schatten, der von diesen Bergketten umgebene See "Doo Lough" (Video-Trailer - 10 MB), dazu einsam und verlassen, kein Haus weit und breit. Nur diese eine von uns befahrene, kurvenreiche Straße, die später in den Doo Lough Pass überging. Was will das Bikerherz mehr?

Bei Delphi mußte Matt dann sein Vorderreifen mit Tyre Fix versorgen, da er in irgendeinem Schlagloch einige Kilometer zuvor etwas härter landete und der Reifen seitdem ein wenig platt war.
Weiter ging es Richtung Westport. Die Strecke führte uns am "Croagh Patrick" (auch "The Reek" genannt), dem heiligen Berg Irlands mit 762 Metern Höhe vorbei. Dieses uralte Pilgerziel der irischen Insel ist ein steiniger Berg, auf den die Pilger teilweise mit bloßen Füßen wallfahren - zum Gedächtnis an die Christianisierung Irlands durch den heiligen Patrick. Der Berg ist zur wichtigsten Pilgerstätte in Irland geworden. Schon von weitem sah man auf der Bergspitze etwas in der Sonne funkeln. Wie ich später auf einer Infotafel las, war es die 1902 gebaute Kapelle auf dem abgeplatteten Gipfel.

Buckfield Inn In Westport angekommen erkundeten wir auch dieses nette Städtchen und kehrten in ein Restaurant ein. Zum Schluß ging es nach insgesamt 205 km ins nahe gelegene, kleine und ruhige Kilmeena zum "Buckfield Inn", einem netten, kleinen Pub mit Bed & Breakfast, wo wir uns für die nächste Nacht häuslich einrichteten. Auch hier war die Hausherrin sehr freundlich, die Zimmer waren sauber und die Bikes fanden Platz hinter dem Haus. An diesem Abend zogen wir die Leisetreter an und machten zum ersten Mal einen richtigen Spaziergang in den passenden Klamotten. Und wir fanden heraus, daß es auch abseits der Touristenmagneten noch was zu entdecken gibt; so war es hier eine kleine Meeresbucht, wo die Fische in der Abendsonne die Insekten über dem Wasser springend einsammelten und eine alte Ruine von einem Turm, dessen früherer Zweck uns verborgen blieb.

Zur späten Stunde spielten Detlef, Klaus und Matt Pool-Billiard. Zur noch späteren Stunde gesellten sich Iren hinzu und nun wurde international gespielt, gelacht und getrunken. Später auf dem Zimmer hörte man sie im Pub immer noch lachen und jubeln. Die Iren verstehen es wahrlich, einfach nur Spaß zu haben.



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