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Abfahrt
ontag, der 20. Juni 2005, ca. 4 Uhr morgens. Ich wache auf und mein Herz klopft wie wild – gleich geht es los, endlich! Die erste große Auslandstour mit der CB und dann noch nach Irland! Kaum geschlafen aber relativ fit vor lauter Aufregung werden nach dem richtig wichtigen Kaffee die letzten, lebensnotwendigen Sachen zusammengepackt und los geht's von Köln Richtung Aachen.
Am Rastplatz Aachener Land treffen wir unseren Tourgefährten Detlef mit seiner GS 1150.
Es soll insgesamt porschemässige 911 Kilometer dauern, bis wir den Fährhafen von Cherbourg erreichen. Irregeführt von Detlefs Garmin-Navi waren es dann doch gut 50 km mehr aber dafür sind wir dann gleich 2 Mal in den Genuss gekommen, die Brücke „Pont de Normandie“ zu befahren. Auch wenn die Sicht nicht ganz so gut war, konnte man zumindest erahnen, was die Äuglein wohl bei gutem Wetter erwarten würde.
Die nicht wenigen Mautstationen in Frankreich sind nervig – man sollte einen Tankrucksack mit Kartenfach haben, um die frisch gezogen Tickets schnell verstauen zu können ohne dabei die Handschuhe ausziehen zu müssen. Zudem ist Kleingeld, welches ebenfalls leicht erreichbar verstaut ist, nicht ganz unnützlich, damit der Ablauf zügig vonstatten geht, aufgehalten wird man ja schon genug. Aber die Mautstationen haben auch was Gutes; nach vielen Kilometern sturem Geradeausfahren auf der AB kann man mal kurz die Beine strecken und dem Allerwertesten ein wenig Luft und Entlastung gönnen, besonders die Sitzbank der CB....nun, wer sie kennt, weiß, was ich meine. Außerdem gibt es hinter jeder Mautstation einen Parkplatz mit selbstreinigenden Toiletten und an der Mautstation „Pont de Normandie“ können Motorradfahrer auf einer eigens eingerichteten Spur vorbeifahren, ohne zu bezahlen.
In Cherbourg angekommen konnte ich erst einmal Bilanz ziehen - mein Nummernschild wäre auf der AB fast weggeflogen (es hing nur noch an der TÜV-Plakette - ein Hoch auf deutsche Wertarbeit), der linke vordere Blinker ließ vibrationsgeschüttelt den Kopf hängen und mein Haarband hatte auch Fliegen gelernt. Ich wußte gleich, daß 900 km AB nicht gut gehen können...
Auf der Fähre MV Normandy werden die Mopeds mittels Spanngurten an den Wänden befestigt. Es ist übrigens gut zu wissen, wie Spanngurte im Allgemeinen funktionieren, denn man muss sich ein wenig sputen, bis die Autos ihren Platz eingenommen haben und somit kaum noch Platz ist, um samt eigenem Gepäck an den Koffermopeds vorbeizukommen.
Die Kabinen auf der Fähre sind eng – sehr eng, sofern eine Toilette mit integrierter Dusche vorhanden (also die Kabine „ensuite“) ist. Hinzu kommt, daß man zumindest auf dem Hinweg ein wenig Verpflegung bei sich hat, denn die Fährenpreise für ein spartanisches Frühstück oder Abendessen sind doch leicht exorbitant (2 kleine Schachteln Corn Flakes, 2 kleine Milchtüten und ein O-Saft satte 10,50 Euronen - ein belegtes Baguette: 6 Euronen). Dafür gibt es aber ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm für Kinder wie für Erwachsene. Das Programm für die Kinder in den frühen Abendstunden haben wir noch mitbekommen aber den Rest schenkten wir uns aufgrund unserer erheblichen Müdigkeit.
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