Diese Wartungs- und Pflegetipps sollten nicht als der Weisheit letzter Schluß angesehen werden. Es gibt mit Sicherheit noch andere oder bessere Möglichkeiten aber ich halte meine CB mit den hier beschriebenen Vorgehensweisen ziemlich gut in Schuß, was aber nicht heißt, daß ich nicht offen gegenüber Anregungen bin.
Am besten ist es, wenn man sich die Reparaturanleitung zulegt, mit deren Hilfe man viele Reparatur- und Wartungsarbeiten selber durchführen kann.
Soll die CB über einen längeren Zeitraum stillgelegt werden, empfiehlt es sich, die Batterie auszubauen. Dabei ist so vorzugehen, daß zuerst das Massekabel und dann das Pluskabel gelöst wird. Bei dieser Gelegenheit kann bei nicht wartungsfreien Batterien auch der Flüssigkeitsstand kontrolliert werden, gegebenenfalls ist so viel destilliertes Wasser nachzufüllen, daß der Säurestand die Maximum-Marke erreicht.
Beim Einbau der Batterie ist zuerst das Plus-, dann das Minuskabel (Masse) anzuschließen. Pole, Anschlußklemmen und Befestigungsteile sollten mit Säureschutzfett bestrichen werden.
Auch wenn sie nicht belastet werden, verlieren Batterien täglich bis zu einem Prozent ihrer Ladung. Dabei spielt auch die Raumtemperatur eine Rolle. Faustregel: Je zehn Grad Temperaturerhöhung verdoppelt sich die Selbstentladegeschwindigkeit. Batterien sollten daher in einem kühlen, trockenen Raum gelagert werden.
Zum Nachladen werden jeweils die Plus- und Minuspole von Batterie und Ladegerät miteinander verbunden, die Verschlußstopfen der Zellen müssen entfernt werden. Da beim Laden hochexplosives Knallgas entsteht, muß der Raum belüftet sein.
Für die Batterie ist ein Ladegerät mit I/U-Kennlinie empfehlenswert. Hierbei ist die Ladespannung auf maximal 14,4 Volt begrenzt und der Ladestrom geht stark zurück, sobald die Batterie sich dem geladenen Zustand nähert. Bei Ladegeräten, die nach der W-Kennlinie oder mit konstantem Strom arbeiten, sollte der Ladestrom ab Eintreten sichtbarer Gasentwicklung auf ein Zehntel der Nennkapazität in Ampère begrenzt werden. Also zum Beispiel auf maximal zwei Ampère bei einer 20-Ah-Batterie. Nach rund einer Stunde sollte man die Ladung einstellen.
Im Zubehörhandel sind mittlerweile für wenig Geld Geräte erhältlich, die sich selbsttätig ein- und ausschalten und die Batterie so immer in optimalem Ladezustand halten. Viele Geräte sind speziell dafür ausgelegt, daß sie im Winter dauerhaft an der Batterie hängen. Ich persönlich verwende in der kalten Jahreszeit den Saito ProCharger Compact, der ein bequemes Dauerladen ohne Überladen ermöglicht.
Die Lebensdauer der Kette hängt - neben der eigenen Fahrweise - entscheidend von einer regelmäßigen Kontrolle ab. Eine zu stramm eingestellte Kette ist ebenso wie eine durchhängende Kette extrem schädlich für die Lebensdauer.
Das Kettenspiel wird auf dem Bike sitzend geprüft. Der Durchhang sollte ca. zwei Finger breit bei eingefedertem, belastetem Motorrad sein. Ist der Durchhang zu schlaff, sollte man die Kettenspannung einstellen, sofern noch möglich.
Die Kette sollte regelmäßig gefettet werden, um die Lebensdauer zu verlängern. Ich mache das ca. alle 1000 km und nach Regenfahrten. Bevor die Kette gefettet wird, sollte man sicherstellen, dass sie sauber und trocken ist. Säubern kann man die Kette mit Paraffin oder einem Kettenreiniger. Nach der Reinigung die Kette mit einem Lappen abwischen und mit Druckluft trocknen. Wer keine Druckluft zur Verfügung hat, der sollte einmal um den Block fahren. Anschließend die Kette dünn mit Kettenspray einsprühen. Stets auf die Innenseite zielen (auf die Glieder, nicht auf die Rollen!), dann haftet das Fett länger und wird nicht gleich bei der ersten Fahrt wieder abgeschleudert.
Wenn die Kette dann doch mal gewechselt werden muß, dann sollte komplett gewechselt werden, sprich: Kette, Kettenrad und Ritzel! Beim Kettenkauf unbedingt auf die richtige Dimensionierung und Gliederzahl (=Länge, bei der CB sind es 108 Glieder ) achten. Es werden von verschiedenen Herstellern Ketten in verschiedenen Qualitätsstufen angeboten. Wer die Kette mit der höchsten Zugfestigkeit bzw. geringsten Längung verwendet, kann die Lebensdauer erheblich erhöhen.
Der Ölwechsel ist wichtig, denn altes Motoröl muffelt nicht nur, sondern wirkt mit seinen Ablagerungen aggressiv und kann die Metalloberflächen des Motors angreifen. Wer alle 10.000 - 12.000 km bzw. einmal jährlich den Wechsel selber vornehmen möchte, lässt erst den Motor warm (nicht heiß!) laufen, damit der alte Saft komplett abfließen kann. Unter die Maschine eine Altölwanne oder große Schüssel stellen und die Öleinfüllschraube bzw. Ölmeßstab entfernen, denn wenn oben keine Luft rein kann, läuft unten auch nichts raus.
Anschließend die Ölablassschraube vorsichtig mit einem 17er Ringschlüssel lösen. Damit das noch warme Öl nicht direkt über Hand und Werkzeug läuft, sollte man die letzten Umdrehungen mit der Hand durchführen und rasch die Schraube wegziehen. Das Altöl in die Wanne laufen lassen und warten, bis keine Tropfen mehr austreten. Zur Sicherheit das aufgebockte Motorrad am Lenker und Soziusgriff packen und etwas zu sich ziehen. Dadurch läuft noch einiges mehr an Öl raus. Die Ölablassschraube reinigen, mit einem neuen Dichtring versehen und mit 35 Nm wieder festschrauben, auf jeden Fall nicht zu fest.
Auch der Ölfilter gehört bei jedem Ölwechsel getauscht, denn im Filter verbleibt immer ein Rest Altöl, der beim Nichtwechsel sofort die Qualität des frischen Öls reduzieren würde. Zum Lösen des Filters verwendet man bei der CB am besten einen Riemenschlüssel bzw. einen Ölfilterschlüssel mit Stahlband, da ein handelsüblicher Ölfilterschlüssel nicht hinter die Krümmer passt. Die Auffangwanne sollte währenddessen natürlich darunter stehen. Nachdem das Öl auch dort abgelaufen ist, vorsichtig die Dichtfläche am Motorblock reinigien und gleichzeitig prüfen, ob die alte Dichtung nicht noch am Gehäuse hängt. Dann die Dichtung des neuen Filters etwas einölen und den Ölfilter wieder handfest bzw. mit 10 Nm festschrauben.
Falls die CB bis jetzt nicht auf dem Hauptständer stand, sollte man dies nachholen, denn für das Ablesen der richtigen Füllmenge muss das Motorrad gerade stehen. Nun 3 Liter Öl abmessen und mit einem geeigneten Trichter langsam einfüllen.
Danach den Ölmeßstab einschrauben und den Ölstand nach einem kurzem Motorlauf nochmal überprüfen (dabei Ölmeßstab nicht reindrehen, sondern nur aufsetzen), weil der dickflüssige Schmierstoff erst nachsacken muss. Keine Sorge, falls die Ölkontrollleuchte beim ersten Start aufleuchtet, denn der Ölkreislauf ist zu dem Zeitpunkt noch leer. Nach einer kurzen Zeit sollte die Leuchte jedoch aus sein. Je nachdem, welches Ergebnis der Ölmeßstab anzeigt ggf. noch etwas Öl nachfüllen, denn weniger Öl ist leichter zu korrigieren als zuviel Öl.
Abschließend wird das Altöl umweltgerecht entsorgt. Dabei gilt: wer Öl verkauft, ist gesetzlich verpflichtet, die gleiche Menge Altöl kostenlos zurückzunehmen. Also Kassenbon aufbewahren!
Bei regelmäßiger Pflege benötigt man für die Komplettreinigung lediglich einen Eimer Wasser mit etwas nicht agressivem Reinigunsmittel und einen weichen Schwamm. Das Bike sollte vor der Reinigung abgekühlt sein.
Von einer Behandlung mit dem Dampfstrahler rate ich ab, denn durch den hohen Druck kann Wasser z.B. in Radlager, Lenkkopflager oder elektrische Verbindungen eindringen und das Fett aus den Lagern drücken.
Bei starker und hartnäckiger Verschmutzung sollte man die betroffenen Stellen zuerst z.B. mit einem Gel-Reiniger oder Paraffin behandeln, einwirken lassen, gründlich abspülen und dann erst mit dem Schwamm loslegen. Den Schwamm immer wieder im Wasser auswaschen, damit Schmutzpartikel nichts verkratzen können. Danach das Bike abledern, um hässliche Schlieren und Wasserflecken zu vermeiden.
Zur Krönung kann man lackierte Teile noch polieren (z.B. mit einem Lackpflegemittel mit Wachsanteil). Die Politur nach einem kurzen Antrocknen mit einem sauberen und weichen Lappen abpolieren (immer in Längsrichtung statt mit Kreisbewegungen polieren, soll schonender sein).
Verwitterte Chromteile (z.B. Gabelrohre, Federbeine) pflegt man sehr effektiv mit NevrDull Polierwatte, ich habe damit schon beachtliche "Glanzerfolge" erzielt (Achtung: nicht auf lackierte Teile anwenden!). Chromteile mit oberflächlichen Rostflecken werden auch mit Autosol wieder blank. Nach der Behandlung das Polieren nicht vergessen.
Da man nun so gründlich gewienert und geputzt hat, ist das anschließende Ölen und Schmieren empfehlenswert. Soll heißen: Vergasergehäuse, Schraubenköpfe und andere verzinkte Teile sowie Gelenke und Hebeleien der Schaltung, Ständer und Bremse am besten mit WD-40 schmieren.
Zum Abschluß kann man zum angenehmen Teil des Waschvorgangs übergehen und mit seinem Bike eine "Trocknungsfahrt" machen oder aber wieder mit Druckluft arbeiten, damit noch nasse und schwer zugängliche Bereiche auch trocken werden.
Tipp zum Schluß: damit man es bei der Reinigung nicht allzu schwer hat, sollte man nach jeder längeren Tour Fliegen und Dreck von Scheinwerfern, Gabelrohren, Spiegeln und Blinkern entfernen, denn zu dem Zeitpunkt ist der Dreck noch "frisch" und läßt sich daher leichter entfernen.