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Kettenwartung
CB500 (PC26 & PC32)

Grundsätzliches
AntriebsketteDie Lebensdauer der Kette hängt - neben der eigenen Fahrweise - entscheidend von einer regelmäßigen Kontrolle und Pflege ab. Daher kann man im Allgemeinen schlecht pauschal einschätzen, wieviele Kilometer eine Kette schafft. Manchen Erfahrungsberichten nach zu urteilen hält eine Kette bei den "Gutpflegern" und "Nicht-allzu-extrem-am-Kabel-"Ziehern mehr als 30.000 km.
Eine zu stramm eingestellte Kette ist ebenso wie eine durchhängende Kette extrem schädlich für die Lebensdauer und nicht zuletzt für das Getriebe-Ausgangslager. Deshalb sollte das Kettenspiel regelmäßig geprüft werden.
Kettenspiel prüfen
Das Kettenspiel wird bei belastetem Bike an verschiedenen Stellen durch Drehen des Hinterrads geprüft. Der Durchhang sollte am unteren Kettentrum ca. zwei Finger breit bei eingefedertem, belastetem Motorrad sein. Ist der Durchhang zu schlaff, sollte man die Kettenspannung einstellen, sofern noch möglich.
Kette spannen
Kette spannen Dazu löst man die Achsmutter so weit, bis die Spannung auf Schwinge und Hinterrad nachläßt. Nun wird auf beiden Seiten die Einstellmutter mit einem Gabelschlüssel gegengehalten und die Kontermutter mit einem weiteren Gabelschlüssel geöffnet. Durch gleichmäßiges Eindrehen der linken und rechten Stellmuttern im Uhrzeigersinn wird das Rad nach hinten gezogen und die Kette gespannt.
Da bewegte Bilder immer noch mehr als tausend Worte sagen: dieses Video zeigt zwar, wie die Antriebskette der CB 500 F gespannt wird, das Prinzip ist jedoch gleich.

Wichtig: die symmetrische Einstellung der Kettenspanner muss überprüft und ggf. angepaßt werden, denn beide Seiten des Hinterrades müssen gleichmäßig gespannt sein, um eine schiefe Radaufhängung zu vermeiden. Wer ganz sicher gehen will, daß die Kettenflucht und der Geradeauslauf des Hinterrades in Ordnung sind, kann mit einem Kettenfluchttester arbeiten.
Damit die Ketten-Einstellung bestehen bleibt, einen Hammerstiel o.ä. zwischen Kette und Kettenrad klemmen und die Achsmutter mit 90 Nm wieder festziehen. Danach die Einstellmutter am Kettenspanner nochmals leicht nachziehen und mit der Kontermutter sichern. Abschließend das Kettenspiel wie oben beschrieben prüfen; zeigt die Kette dabei eine unregelmäßige Spannung, ist sie verschlissen.
Neuer Kettensatz
Wenn die Kette doch mal gewechselt werden muß, dann sollte der komplette Kettensatz (DID 525 V8) gewechselt werden, sprich: Kette, Kettenrad und Ritzel! Eine alte Kette schadet dem neuen Ritzel und ein altes Ritzel schadet der neuen Kette.
Beim Kettenkauf unbedingt auf die richtige Dimensionierung und Gliederzahl ( = Länge, bei der CB sind es 108 Glieder) achten. Es werden von verschiedenen Herstellern Ketten in verschiedenen Qualitätsstufen angeboten. Wer die Kette mit der höchsten Zugfestigkeit bzw. geringsten Längung verwendet, kann die Lebensdauer erheblich erhöhen.
Pflege
Die Kette sollte regelmäßig gefettet werden, um die Lebensdauer zu verlängern. Ich mache das ca. alle 1000 km und nach Regenfahrten. Bevor die Kette gefettet wird, sollte man sicherstellen, dass sie sauber und trocken ist. Säubern kann man die Kette mit Paraffin oder einem Kettenreiniger (keinesfalls Benzin verwenden!). Nach der Reinigung die Kette mit einem Lappen abwischen und mit Druckluft trocknen. Wer keine Druckluft zur Verfügung hat, der sollte einmal um den Block fahren.
Anschließend die Kette dünn mit Kettenspray einsprühen. Stets auf die Innenseite zielen (auf die Glieder, nicht auf die Rollen!), dann haftet das Fett länger und wird nicht gleich bei der ersten Fahrt wieder abgeschleudert.
Kettenschmiersysteme
Die meisten Biker pflegen ihre Kette mit den altbewährten Kettensprays. Diese Sprays haften recht gut und binden damit leider auch Schmutzpartikel, die in den Kettenzwischenräumen eine ungesunde Reibung hervorrufen. Die Kette muss also regelmäßig gereinigt werden, sonst hält sie nicht lange.
Die Lebensdauer von Motorradketten verlängern können Kettenschmiersysteme bzw. Kettenöler (wie z.B. der berühmte Scottoiler). Manch Hersteller gibt hier eine Verdopplung oder gar Verdreifachung der Kilometerleistung an. Je nach Modell wird per Knopfdruck oder automatisch eine kleine Menge Öl auf die Kette gegeben. Der allgemeine Vorteil ist hier, dass dass Öl zwar auf der Kette haftet aber nach einer Weile von der Kette abgeschleudert wird - und somit auch gebundene Schmutzpartikel. Der Öllappen kann allerdings nicht komplett entsorgt werden, denn reinigen muss man die Kette trotzdem hin und wieder.
Ob und wenn ja welches von den vielen manuellen oder automatischen Systemen man sich zulegen sollte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich verwende keinen Kettenöler, denn ich gehöre zu den "Gutpflegern" und ich halte es in dieser Beziehung ein wenig mit den Enduristen: was nicht dran ist, geht auch nicht kaputt! :-)
Aktualisiert: 05.10.2019